Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Estland genug Menschen, die in ihrer Berufsarbeit oder bei ihren Hobbys mit dem deutschbaltischen Problemkreis in Berührung kamen. Daraus ergab sich, daß die Interessenten für deutschbaltische Problematik sich ziemlich schnell zueinander fanden, als die Situation im Land sich zu lockern begann. Der Gedanke, eine eigene Organisation zu gründen, konkretisierte sich Ende 1988 gleichzeitig in Tallinn und Tartu. Am 11. Januar 1989 versammelten sich etwa 60 Menschen und gründeten die Akademische Gesellschaft für Deutschbaltische Kultur in Tartu.
Dank der Universität waren hier entsprechend interessierte Personen zahlreicher vorhanden als anderswo in Estland, unter ihnen Fachleute ganz verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen: Philologen, Historiker, Juristen, Ärzte, Chemiker, Physiker, Astronomen und andere Naturwissenschaftler. Auch die akademische Bildungsskala war voll vertreten: vom Gymnasiallehrer bis zum Universitätsprofessor.
Die Akademische Gesellschaft für Deutschbaltische Kultur hat ordentliche und fördernde Mitglieder. Der letzten Gruppe gehören hauptsächlich Deutschbalten an, die nicht in Estland leben. Das hindert sie meistens, an der laufenden Arbeit der Gesellschaft teilzunehmen, aber sie unterstützen die Gesellschaft sowohl moralisch und finanziell.
(Dr. Villu Tamul)